Das Leben der Bäume, bzw. die Beschaffenheit eines Systems, wie ein Wald mit all seinen Pflanzenbewohnern funktioniert hat mich im Buch "Das geheime Leben der Bäume" von Peter Wohleben kürzlich fasziniert.

So findet unter den Bäumen, bzw. meist unter Artgenossen eine direkte, bzw. indirekte Kommunikation statt, sowie haben sie ein System geschaffen in dem sie sich untereinander aushelfen, wann immer Not am "Baum" ist.

Schwache Gefährten werden nicht im Stich gelassen, so dass sie über kurz oder lang verrotten, weil sie nicht die Voraussetzungen wie ihre Nachbarn haben, die vielleicht etwas günstigere Sonneneinfallbedingungen haben, sondern werden über die Kollegen, die etwas abgeben können so weit versorgt, dass es ihnen gut geht und es mindestens zum Überleben reicht.

Ändern sich über die Jahre die Bedingungen und der Schwächere wird Stärker, so gibt er ebenfalls von dem ab was er hat, so dass alle zusammen über lange Zeit ein großes Ganzes bilden, was merh oder weniger unerschütterlich zusammen leben und wachsen kann.

Das hat mich nachdenklich gemacht.

In Organisationen, oder Projekten geht es oft darum, dass ein Einzelner, oder ein Team seinen Bereich im Blick hat und darauf schaut, dass für sich das Optimum heraus geholt wird.

Das große Und Ganze wird beim täglichen Doing oft vernachlässigt.

Wie wäre es nun, wenn man diesen Fokus einfach mal umdreht und nicht das Eigene als höchste Prio anschaut, sondern das was andere erreichen wollen in den Vordergrund rückt?

Das soll nicht heissen, dass man die eigene Arbeit nicht mehr fertig machen soll, doch einen Blick auf das was anderen helfen würde in den Tagesablauf zu integrieren finde ich einen spannenden Gedanken.

Idee 1 (Ich):

- Gehe mit offenen Augen durch den Tag 😉

- Versuche täglich jemanden zu identifizieren, dem du deine Hilfe anbieten kannst. Dabei muss dieser jenige nicht aktiv um Hilfe bitten oder suchen, sondern einfach Hilfe gebrauchen können.

- Investiere täglich 20-30 Minuten damit anderen bei Ihren Tätigkeiten zu helfen. Das bietet sich am Günstigsten im Pairingmodus an, da man so sehr viel gemeinsam vom anderen lernt und sich auch noch zusammen besser kennen lernt.

- Teile deine Erfahrungen mit anderen in deiner Umgebung und frage sie nach Feedback dazu.

 

Idee 2 (Wir)

- Im Szenario eines Agilen Umfeldes bietet sich das Daily Scrum, oder das Daily Standup als Plattform an um seine Hilfe anzubieten.

- Jeder im Team fragt in diesem Event aktiv danach, wobei er andere unterstützen kann und verändert den Fokus von: Innen (Was muss ich fertig bekommen) auf Aussen (Was müssen WIR im Team fertig stellen und wo haben andere Schwierigkeiten?)

- Investiere täglich 20-30 Minuten um anderen im Team bei ihrer Arbeit zu unterstützen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden

- Hinterfragt dieses Vorgehen in der regelmäßigen Retrospektive.

 

Inspiriert von:  "Das geheime Leben der Bäume" von Peter Wohleben

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